Stärken (1/3): Was Stärken sind und warum wir sie mehr nutzen sollten

Weißt du, worin du so richtig gut bist? Kennst du deine Stärken? Wie oft hast du die Möglichkeit das zu tun, was du am besten kannst? Allzu häufig schauen wir auf das, was nicht so richtig klappt. Dabei gibt es viele gute Gründe unsere Stärken besser kennen zu lernen und häufiger zu nutzen!
 

Was sind unsere Stärken?

Charakterstärken

Charakterstärken beschreiben, wer wir im Kern unseres Wesens sind. Sie sind positive Persönlichkeitsmerkmale, die für uns und andere von Nutzen sind, z.B. Dankbarkeit, Ausdauer, Hoffnung und Kreativität.
 

Talente

Talente sind angeboren und stark biologisch geprägt. Das beste Beispiel dafür sind räumliches Denken, musikalische Fähigkeiten, zwischenmenschliche Fähigkeiten usw.
 

Fähigkeiten 

Fähigkeiten sind spezifische Fertigkeiten, die entwickelt werden. Sie sind normalerweise als Mittel zum Zweck, z.B. das Schreibfertigkeiten oder handwerkliche Fähigkeiten.
 

Interessen

Interessen sind Bereiche und Themen, für die wir eine Leidenschaft haben, z.B. Fußball spielen, Briefmarken sammeln, Malerei.
 

Ressourcen

Ressourcen sind äußerliche Kräfte, die und wesentlich unterstützen, z.B. Unterstützung der Familie, gute Freundschaften, sichere Nachbarschaft, berufliches Netzwerk.
 
 

Warum wir unsere Stärken mehr nutzen sollten

1. Menschen, die ihre Stärken stärker nutzen, sind glücklicher und fühlen sich mit ihrem Leben zufriedener.

Wir sind weniger depressiv, lebendiger und haben eine gute psychische Gesundheit.
Wenn wir zufriedener sind macht uns das zu guten Problemlösern, fördert unsere Arbeitsleistung,  macht uns widerstandsfähiger gegen Stress und verbessert unsere körperliche Gesundheit.

 

2. Menschen, die ihre Stärken mehr nutzen, erfahren weniger Stress.

Wir erfahren mehr Positivität und insbesondere die Charakterstärken von Freundlichkeit, sozialer  Intelligenz, Selbstregulierung und Perspektive scheinen einen Puffer gegen die negativen  Auswirkungen von Stress zu bilden.
 

3. Menschen, die ihre Stärken einsetzen, fühlen sich gesünder, haben  mehr Energie und sind zuversichtlicher.

Das liegt daran, dass die Charakterstärken vielen gesunden Verhaltensweisen einhergeht: wir sind  aktiver, machen mehr Dinge die uns gut tun und ernähren uns gesünder.
Wenn wir unsere Stärken kennen und sie aktiv einsetzen erfahren wir mehr Selbstwirksamkeit,  Selbstwertgefühl, Selbstakzeptanz und Selbstvertrauen.

 

4. Menschen, die ihre Stärken mehr nutzen, wachsen und entwickeln  sich schneller und sind bei der Arbeit kreativer und agiler.

Wenn wir freundlich in uns selbst hinein horchen und unsere Stärken ausbauen können wir  besonders gut mit Situationen umgehen, in denen wir Neues lernen oder die uns schwierig  erscheinen.
Die Entwicklung unserer Stärken erzeugt ein Gefühl der Authentizität, Vitalität und Konzentration.  Das hilft uns, uns an Veränderungen anzupassen, kreativer und proaktiver zu sein, mehr auf  Details zu achten und härter zu arbeiten.
 

5. Menschen, die ihre Stärken stärker einsetzen, fühlen sich zufriedener  mit ihrem Job, erfahren mehr Sinn in ihrer Arbeit und engagieren sich  mehr.

Wenn wir vier oder mehr unserer Stärken bei der Arbeit einsetzen, sind wir berufliche  zufriedener, und erfahren mehr Freude, Engagement und Bedeutung in unserer Arbeit.
Mitarbeiter, die die Möglichkeit haben, ihre Stärken täglich bei der Arbeit zu nutzen, sind bis zu  sechsmal mehr engaged.
 

6. Manager, die sich auf die Stärken ihrer Mitarbeiter konzentrieren,  sehen eine verbesserte Teamleistung und mehr Erfolg.

Studien zeigen, dass Führungskräfte, die sich auf die Stärken der Mitarbeiter konzentrieren, von  einer geringeren Mitarbeiterfluktuation, höheren Produktivität, zufriedeneren Kunden und  höheren Rentabilität profitieren.
 
Quelle:  McQuaid & Lawn (2014) Your Strengths Blueprint: How to be engaged, energized and happy at work. Melbourne, Australia: Michelle McQuaid  Pty Ltd.

 

Was uns davon abhält unsere Stärken mehr zu nutzen

Trotz all dieser Vorteile sind wir meist mehr auf unsere Schwächen fokussiert, als auf unsere Stärken. Das liegt zum einen daran, wie unser Gehirn funktioniert: Es legt automatisch den Fokus auf Probleme und Gefahren. Das ist evolutionär gesehen sehr sinnvoll, nützt uns aber unserer heutigen, vergleichsweise sicheren Lebensumgebung nur selten. Probleme erscheinen uns häufig auch dringlicher und es kommt uns vor, als ob wir keine Zeit für gefühlt langsamere, aber nachhaltigere Ansätze hätten. Häufig ist auch der Glaube verbreitet, dass wir schneller wachsen, wenn wir unsere Schwächen ausbügeln, statt in unsere Stärken zu investieren.
Vielleicht kennen wir unsere Stärken auch einfach nicht trauen uns nicht darüber zu sprechen, weil wir nicht “angeben” wollen.
 
Quelle: Biswas-Diener, R. (2010). Practicing positive psychology coaching: Assessment, activities and strategies for success. John Wiley & Sons.
 

An Stärken arbeiten – so geht es weiter

  • Stärken (2/3): Wie du Stärken bei der Arbeit erkennst und ausbauen kannst
  • Stärken (3/3): Stärken und Schwächen – worauf sollten wir uns konzentrieren?
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